im April 2012

Für die diesjährigen Schultheatertage der Städteregion Aachen hatte sich die Katholische Grundschule Alsdorf Begau etwas ganz Besonderes ausgedacht. Da hieß es:

Wir machen mit! Und zwar alle!

Dass eine ganze Schule ein Stück auf die Bühne bringt, das hat es in der 7-jährigen Geschichte der Theatertage noch nicht gegeben. Und noch kurz vor der Vorstellung ist die Skepsis bei den Ordnern im Stadttheater groß. Die können sich nämlich nicht vorstellen, wie das aufgeregte Gewimmel in den Gängen der Künstlergarderoben auf der Bühne überhaupt im Zaum gehalten werden kann.

 

Und doch allmählich fügt sich eins zum anderen. Jedes Kind ist geschminkt, die Kostüme sitzen, verschwörerische Blicke werden getauscht, jedes findet zu seiner Gruppe und immer wieder geht ein Zeigefinger zum Mund: Psst! Leise, unsere Zuschauer sind schon da!

Und dann geht es endlich los.

Gespielt wird in den Kammerspielen des Stadttheaters Aachen, entsprechend eng sind die räumlichen Verhältnisse. Doch davon ist auf der Bühne nichts zu spüren. Die Kinder nehmen den schön gestalteten Bühnenraum ein wie "alte Hasen".

Die lehrreichen Geschichte vom verliebten Löwen macht den Zuschauern deutlich, warum es wichtig ist, selbst Schreiben und so eigenen Gedanken und Gefühle ausdrücken zu können. Der verliebte Löwe kann das nämlich nicht, dabei würde er seiner Liebsten doch so gerne einen Liebesbrief schreiben. Zwar sind alle Tiere – die Affen, die Füchse, die Frösche, die Krokodile, die Elefanten, die Papageien, der Tausendfüssler und das Nilpferd -  im Wald überaus hilfsbereit. Aber jedes Tier hat seine eigene Sicht auf die Welt. Keine der gut gemeinten Liebesbotschaften drückt das aus, was der Löwe empfindet. Da hilft weder brüllen noch toben sondern eben nur selber Schreiben lernen.

Fast eine ganze Stunde lang singen, tanzen und rappen die kleinen Schauspieler. Die beachtlichen Texte sitzen und werden mit viel Humor und der nötigen Leichtigkeit auf die Bühne gebracht. Die phantasievollen Kostüme der vielen, vielen Tiere fallen besonders ins Auge. Ein großes Lob auch für die drei Darstellerinnen der Rahmenhandlung - zwei Schülerinnen mit Lehrerin in einem Klassenzimmer.

 

Die Aufführung wird ein voller Erfolg, und dafür gibt es tosenden Applaus. Am Ende kommen alle noch einmal auf die Bühne und spätestens jetzt wird klar, welch gemeinschaftliche Meisterleistung von Kindern, Lehrerkollegium, OGS-Team und weiteren Helfern der Grundschule Begau hier vollbracht wurde. Denn die Bühne der Kammerspiele kann die Masse der Akteure kaum fassen. An den strahlenden Gesichtern ist nur allzu gut abzulesen, dass dieser Auftritt bei den Schultheatertage für alle ein ganz besonderes Ereignis ist.

 

 

 

Dieser Meinung ist auch Schulrat Christoph Esser, der den Schülerinnen und Schülern als Andenken eine Urkunde überreicht. Sein besonderer Dank gilt auch den Erwachsenen, die diese großartige Idee gehabt und mit Hilfe der ganzen Schulgemeinschaft umgesetzt haben.